Wofür schweigt die Mehrheit?

Schweigen ist nicht neutral!

Viele Menschen stehen hinter dem Erhalt der Demokratie und des menschlichen Miteinanders, wissen nur nicht, wie sie hierfür aktiv werden können.

Wir alle haben einen anstrengenden Alltag, aber auch kleine Schritte können viel bewegen. Wenn Du Dich einbringen willst, findest Du hier ein paar einfache, alltagstaugliche Ideen. Alles zählt – nichts ist zu klein!

Was kann ich jetzt tun?

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Schnell etwas bewegen mit dem Handy

  1. Nutzt Du soziale Medien? Jeder Klick füttert den Algorithmus, und der Algorithmus befördert meist Beiträge, die Gefühle erregen und/oder Kontroversen stärken.
    🙂 Klicke, „like“ oder teile Demokratie oder Toleranz stärkende Beiträge in sozialen Medien. Schreibe einen zustimmenden Kommentar für den Algorithmus.
    🙁 Umgekehrt: Likes, Kommentare oder Reaktionen bei intoleranten, spalterischen oder demokratiefeindlichen Beiträgen verschaffen diesen Aufmerksamkeit und sorgen dafür, dass sie von mehr Menschen gesehen werden. Verzichte daher in diesem Fällen auf eine Reaktion, auch, wenn es manchmal schwer fällt.
  2. Es tut gut zu sehen, dass es Menschen gibt, denen Demokratie und Mitmenschlichkeit ebenfalls wichtig sind – dann fühlt man sich nicht allein. Setze sichtbare Zeichen, z. B. Sticker auf dem Handy, Anstecker an der Tasche, Postkarte am Arbeitsplatz.
  3. Unterzeichne Petitionen für Anliegen, die Deinen Werten entsprechen, z.B. bei CAMPACT oder Change.org. Das dauert oft nur eine Minute, macht aber einen großen Unterschied.
  4. Spende an eine zivilgesellschaftliche Organisation, deren Werte Du teilst.
    Auch kleine Beträge helfen. Hier kannst Du z.B. unsere Kampagne „Wofür schweigt die Mehrheit?“ unterstützen. Oder werde Mitglied – aktiv oder passiv. Hier findest Du z.B. eine Liste der Initativen, mit denen wir uns für Demokratie und Menschlichkeit einsetzen: #jetztinbonn bildet Banden – Herzverbindungen.
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Von Mensch zu Mensch

  1. Jemand gibt falsche Narrative oder Behauptungen zum Besten? Schweigen ist nicht neutral, vor allem in Gruppen! Widersprich solchen Behauptungen direkt. Prüfe Behauptungen anderer sorgfältig, vor allem, wenn diese Dich aufregen oder ängstigen. Lies Faktenchecks und teile diese ggfs. mit anderen, z.B. Correctiv , tagesschau oder von der Deutschen Presseagentur. Stelle falsche Behauptungen richtig, damit sie nicht unkommentiert stehen bleiben.
  2. Konsum als Statement: Einige Hersteller oder Händler unterstützen demokratiefeindliche Gruppen oder Parteien, andere setzen sich dagegen für Demokratie und Miteinander ein. Kaufe gezielt bei lokalen Einzelgeschäften und/oder bei Geschäften, die sichtbar Demokratie und Toleranz unterstützen (zu erkennen z.B. an Pride- oder „Hier bist Du sicher“-Aufklebern. Meide Händler oder Hersteller, die nachweislich für demokratiefeindliche, ausbeuterische oder intolerante Praktiken oder Bewegungen bekannt sind.
  3. Begleite Demonstrationen, deren Anliegen Deinen Werten entsprechen, oder zeige Deine Unterstützung, indem Du Dich kurz dazu stellst. Dies gibt den Teilnehmenden das Gefühl, bei ihrem Einsatz nicht allein zu sein. #jetztinbonn ist es z.B. ein sehr großes Anliegen, dass die regelmäßig stattfindenden PRÜF-Demos (jeder 2. Samstag im Monat) vor den Landtagen der jeweiligen Bundesländer bekannter werden, und von denjenigen besucht werden, die der folgenden Meinung sind: Prüfung Rettet Übrigens Freiheit!
  4. Feindseligkeit entsteht oft durch Angst oder Unsicherheit. Angst entsteht durch vermeintliche Fremdheit. Begegnung baut hingegen Vorurteile ab. Sprich ab und zu mit Menschen außerhalb Deiner „Blase“ oder „Komfortzone“. Suche Gemeinsamkeiten mit ihnen oder höre ihnen für eine Weile zu, um über ihre Lebenswirklichkeit zu lernen. Lies ihre Bücher oder höre ihre Podcasts.
  5. Jemand äußert sich rassistisch oder demokratiefeindlich im Alltag oder greift sogar einen anderen Menschen an? Wegschauen ist nicht neutral! Vor allem ungerechtfertigte Angriffe fühlen sich oft schlimmer an, wenn niemand reagiert – und Du möchtest doch auch, dass man Dir in einer solchen Situation hilft. Sag z.B. „Ich bin anderer Meinung“. Stelle Dich vor das Opfer des Angriffs. Oder zeige der angegriffenen Person auf andere Weise etwas Freundlichkeit oder Solidarität. Frage sie, ob sie sich sicherer fühlen würde, wenn Du eine Weile bei ihr bleibst. Ist die Situation gefährlich, schütze Dich und rufe die Polizei.
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Demokratie leben

  1. Gehe wählen und wähle Parteien, die sich für Demokratie und Miteinander einsetzen. Nicht wählen ist nicht neutral! Nutze vorab Informationsangebote wie Wahlprogramme der Parteien, Informationen unabhängiger Stiftungen oder Studien oder die Angebote Wahl- o – mat / Real – o – mat, um zu wissen, welche Partei wofür eintritt.
  2. Verbindung schafft ein Gefühl von Sicherheit. Wer Liebe in die Welt gibt, bekommt sie auch zurück. Zeige Menschen, die Du magst, dass Du sie gern hast: egal, wie sie sind, wie sie aussehen oder wen sie lieben. Sprich direkt mit Menschen aus Deinem Umfeld, bei denen Du den Eindruck hast, dass sie für demokratiefeindliche oder intolerante Parolen empfänglich werden. Frag sie, wie eine Welt aussieht, in der sie leben möchten und was ihre Ängste sind. Frag, was sie wirklich bedrückt.
  3. Ehrliche Diskussionen sind stets hilfreich und wahren den Respekt aller Beteiligten. Manipulation, Druck oder das Schüren von Ängsten überzeugen hingegen nicht, sondern üben strukturelle Gewalt aus. Wenn Du Dich nach einer Diskussion übergangen, überlistet oder überrumpelt fühlst, spüre nach, ob diese Diskussion auf Augenhöhe stattgefunden hat. Wenn nein: bilde Dir in Ruhe Deine eigene Meinung und informiere Dich. Dies gibt Dir in zukünftigen Diskussionen zum Thema Sicherheit, für Dich einzustehen und Dir Gehör zu verschaffen.
  4. Sitzungen des Gemeinderats sind meist öffentlich. Besuche eine oder mehrere dieser Sitzungen und hör zu, wie dort Entscheidungen entstehen. Zeige dadurch auch Präsenz als Bürgerin oder Bürger. Nimm Kinder mit und zeige ihnen damit, wie Demokratie funktioniert.
  5. Hinterfrage politische Entscheidungen aktiv durch Bürgeranfragen oder Petitionen. Frage nach Gründen/Motiven für Entscheidungen, die Teile der Bevölkerung außen vor lassen oder benachteiligen, die sich an den Interessen einzelner zu orientieren scheinen oder demokratiefeindliche/intolerante Narrative stärken.
  6. Besuche Museen, Ausstellungen oder Vorträge über Demokratie, Faschismus oder Extremismus. Lerne die Taktiken, Ziele und Hintergründe demokratiefeindlicher Bewegungen kennen und die Folgen, die diese in ihren jeweiligen Gesellschaften hervorrufen. Beobachte sie in Ihrem Umfeld.

Wenn Du tiefer einsteigen möchtest

Werde Dir klar über Deine fundamentalen Werte! Unsere fundamentalen Werte leiten unser Tun, unser Miteinander und unser Denken. Werte sind ein innerer Kompass, an dem jede Person ihre Entscheidungen und Verhalten ausrichtet. Doch was genau sind Deine, meine, unsere gesellschaftlichen Werte? Was unterscheidet „Werte“ von „Meinungen“, „politischen Zielen“ und „Slogans“?

Trenne „Werte“ von „Meinungen“, „politischen Zielen“ und „Slogans“! Hier findest Du eine Einordnung und Erklärung, warum Werte wichtig sind für das Zusammenleben innerhalb einer Gesellschaft.

Wir alle haben unsere Stereotype, die wir hinterfragen dürfen. Einige Denkanstöße hierzu findest Du hier.

Dies sind die Werte von #jetztinbonn – Gemeinsam für Demokratie und Menschlichkeit: Haltung zeigen mit #jetztinbonn